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Traditionelle Sportvereine im eSport: Partnerschaft mit Zukunft?

Die Sphäre des traditionellen Sports und jene des eSport waren für lange Zeit eindeutig getrennt. Verschiedene Funktionäre von ersterer haben sich dazu immer wieder negativ über den eSport geäußert und kritisiert, wenn von bestimmten Seiten die Meinung vertreten wurde, der eSport solle mit traditionellen Sportarten gleichgesetzt werden. Entgegen solcher Sachlagen und Meinungen sind die beiden Sphären mittlerweile allerdings enger verbunden, als manche Personen glauben mögen. In verschiedensten Games, die eine etablierte eSport-Szene haben, sind Teams vertreten, die von Vereinen aus dem traditionellen Sport mitfinanziert werden. Im Folgenden soll erklärt werden, welche Sportvereine auf welche Weisen mit dem eSport zu tun haben, welche Stars aus der Sportwelt auch im eSport aktiv werden und welche positiven und negativen Auswirkungen aus der potenziellen Partnerschaft zwischen traditionellem Sport und eSport entstehen können.

Welche Sportvereine sind im eSport aktiv?

Wie bereits auf eSportsGear berichtet wurde, zählen Fußballvereine zu den Organisationen aus dem traditionellen Sport, die im eSport involviert sind. Zum einen findet so eine Beteiligung der Fußballclubs in verschiedenen Ländern und Kontinenten statt, wodurch darauf geschlossen werden kann, dass der Fußball besonders wichtig als Unterstützer des eSport wirkt. Gleichzeitig ist allerdings zu beobachten, dass sich die Fußballclubs, anders als einige der gleich benannten Vereine, zu großen Teilen auf wenige eSport-Titel beschränken. Als Spitzenreiter unter diesen eSport-Spielen ist natürlich die Fifa-Reihe zu betrachten, die als Fußballsimulation mehr Gemeinsamkeiten aufweist und für Sponsoren der Clubs dadurch auch attraktiver erscheint. Ein Vorteil von Fifa ist auch, dass Neulinge, die erst selten eSport verfolgt haben, intuitiv erkennen können, wie das Spiel verläuft. Ein gutes Beispiel für eine direkte Partnerschaft bei diesem Titel ist die ePremier League, bei der jeder der englischen Fußballclubs, die in der Premier League antreten, ein eSport-Team stellt, das sie in der digitalen Version des Fußballsports repräsentiert. Die ePremier League ist auch außerhalb der britischen Inseln aktiv: Ende April startete ein Turnier in China, in dem chinesische Spieler die englischen Fußballclubs repräsentieren und dabei die Version EA SPORTS FIFA Online 4 spielen, die im chinesischen Markt besonders erfolgreich ist.

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Bei der Reihe NBA 2k, die vor allem in Nordamerika populär ist und in Europa deutlich weniger als Spiele wie Fifa gespielt wird, ist die Partnerschaft mit den Vereinen der herkömmlichen NBA ähnlich eng. Mittlerweile gibt es dafür die NBA 2k League, in der sich seit 2018 die besten der Welt messen. Das Entwicklerstudio Take-Two Interactive organisiert diese Liga und Von den 23 teilnehmenden Teams sind 22 mit Vereinen aus der Basketball-Profiliga verpartnert. Hier wird sogar ein Draftsystem, das dem der amerikanischen Sportligen gleicht, angewendet, wenn Teams sich junge Talente sichern wollen.

Das dritte wichtige Simulationsspiel, das durch den traditionellen Sport gestützt wird, ist das Rennspiel F1. Seit 2017 wurde die Liga gegründet und seit 2018 durch die offiziellen Formel-1-Teams, die auch hier Teams stellen, unterstützt. Während der COVID-19-Pandemie konnte die Liga für Schlagzeilen sorgen, als man 2020 und 2021 die F1 Esports Virtual GP Series ausrichtete, um Lücken zu füllen, die durch Verschiebungen und Absagen von Formel-1-Grand-Prix-Rennen entstanden waren. Acht Mal fand diese virtuelle Grand-Prix-Version statt, an der aktuelle Rennfahrer, Athleten aus anderen Sportarten, Influencer und Prominente teilnahmen. George Russell, der auch in der herkömmlichen Formel 1 antritt, gewann 2020 und 2021 die Turnierreihe.

Diese drei Simulationsspiele haben also eine direkte Verbindung zum traditionellen Sport, was auch schon daran gesehen werden kann, dass die Spieler oder Teams oft unter den Namen der Sportvereine auflaufen. Dennoch sind diese eSport-Szenen aus mehreren Gründen problematisch dafür, die Partnerschaft von traditionellem Sport und eSport zu bewerten. Besonders ins Gewicht fällt, dass beide nicht zu den beliebtesten und größten eSport-Szenen der Welt zählen. Zweitens ist durch ihre Sonderstellung als Simulationsspiele, die traditionelles Sportgeschehen direkt in digitalen Wettkampf übersetzen, wenig sinnvoll, die Spiele als repräsentativ für das größere Phänomen eSport zu betrachten.

Außerhalb der Simulationsspiele sind beispielsweise Bayer Leverkusen und Schalke 04 aus der deutschen Bundesliga, die Boston Celtics und Golden State Warriors aus der NBA, die Dallas Cowboys aus der NFL und die New York Yankees aus der MLB indirekt mit dem eSport verknüpft, indem sie mit Investments Teileigentum in eSport-Titeln erworben haben. Paul „Redeye“ Chaloner, ein Broadcast-Host aus England, der seit 2002 im eSport aktiv ist, führt über solche Beteiligungen durch traditionelle Sportteams Buch und stellt fest, dass aktuell 319 Sportvereine in Spieler oder Teams aus dem eSport-bereich investiert haben. Der Großteil aus dieser Ansammlung tritt dabei mit seinen e-Sport-Spielern und -Teams bei den genannten Simulationsspielen an.

Welche Stars des traditionellen Sportes unterstützen den eSport?

Innerhalb dieser zahlreichen Sportvereine gibt es dann noch einzelne Stars, die im Besonderen den eSport unterstützt haben. Die Fußballstars Sergio Aguero und Gareth Bale gründeten eigene eSport-Teams, wobei ersterer auch bei Streams zeigte, dass er selbst auch zur Gaming-Community zählt. Dele Alli wurde dagegen 2020 als Global Ambassador von EXCEL ESPORTS vorgestellt und David Beckham als Mitgründer einer Agentur für Talententwicklung, womit beide Fußballstars Rollen außerhalb des Investments in eSport-Teams oder -Spieler einnahmen.

Der vierfache NBA-Champion und NBA-MVP Shaquille O’Neal ist ein weiterer dieser Stars. Er investierte in die nordamerikanischen eSport-Organisation NRG Esports, wobei seine Unterstützung vor allem dem CS:GO-Team der Organisation galt. Der eSport-Seite von CS:GO half er auch durch Auftritte in Fernsehspots, die die Turnierserie ELeague mit seiner Hilfe an ein breites Publikum herantragen sollten.

Ein ehemaliger Teamkollege des NBA-Superstars setzte sich jedoch noch direkter, öffentlichkeitswirksamer und zeitintensiver für den eSport ein. Rick Fox, der mit O’Neal Anfang der 2000er den NBA-Titel holte und danach eine andauernde Karriere als Film- und Fernsehschauspieler startete, gründete 2015 seine eigene eSport-Organisation, Echo Fox. Durch seinen Sohn, der Gamer ist, wurde er auf den eSport aufmerksam und besuchte mit diesem deshalb auch nahezu wöchentlich League of Legends-Spiele in der Arena. Als Flaggschiff-Spiel wurde deshalb League of Legends ausgewählt, bei dem man sich einen Franchising-Platz in der amerikanischen Profiliga sicherte. Später war die Organisation vor allem auch in Fighting-Games erfolgreich. Fox selbst setzte sich für eSport auch medienwirksam in der Öffentlichkeit ein. In mehreren Fernsehauftritten verteidigte er den eSport gegen kritische Stimmen und erklärte den Gesprächsteilnehmern Fakten zu dem neuen Phänomen. Hier zeigte sich, wie hilfreich es für den eSport sein konnte, wenn jemand, der auf einem athletischen Sport kam und damit einen Kontrast zu Klischee-Gamern darstellte, eine starke öffentliche Präsenz hatte und für positive Impulse nutzte.

Risiken durch Sportvereine im eSport

Dieser positive Einsatz für den eSport zeigt jedoch auch auf, wie schnell diese Art der Investoren, die eSport als ein Hobby neben oder nach ihrer Karriere betreiben, Probleme schaffen können. Nach zwei Kontroversen, von denen eine mit Rassismus gegenüber Fox zu tun hatte, wurde die Organisation schnell aufgelöst. Spieler standen plötzlich ohne ihr Team da und Ligen mussten schnell Ersatz für die fehlenden Teams und Spieler suchen, die dort zuvor Echo Fox vertreten hatten. Der Verkauf des Slots in der europäischen League of Legends-Liga durch Schalke zeigte auch, dass solche plötzlichen Maßnahmen seitens der Sportclubs in Zukunft öfter vorkommen könnten. In dieser Situation hat sich nämlich gezeigt, dass den Bedürfnissen des Fußballvereins der eSport-Bereich eindeutig untergeordnet war. Gleichzeitig wurde mehrfach von Figuren der eSport-Szene bemängelt, dass das Branding der Teams durch den Einfluss von reichen Investoren, die weniger Verständnis für die neue Szene haben, unpassend gestaltet wird. Da die Figuren Teile ihres Wissens, das sie aus der Sphäre des traditionellen Sports haben, einbringen wollen, das Publikum, das den eSport verfolgt, jedoch völlig andere Interessen hat, entstehen oft Werbekampagnen und werden oft Narrativen eingebracht, die dieses Publikum kaum ansprechen.

Positive Einflüsse durch Sportvereine im eSport

In bestimmten Bereichen kann allerdings der eSport auch profitieren, wenn er von den beteiligten Sportclubs Impulse bekommt. So kann z.B. Wissen über Coachingmethoden, Trainingsmethoden, Ernährung und weitere Faktoren, die den sportlichen Erfolg der eSport-Spieler und -Teams bestimmen, vermittelt werden. Die Spieler, die für den FC Schalke 04 in League of Legends antraten, bevor der Verein seinen Platz in der europäischen Liga verkaufte, berichteten beispielsweise von sportmedizinischen und sportpsychologischen Lehren, die ihnen Personal des Sportclubs näherbrachten. Auch wenn Marketingmaßnahmen, die von traditionellen Sportclubs angestoßen werden, teilweise im eSport schlechter funktionieren, kann die Reichweite, die die Sportclubs und Stars aus der Sportwelt haben, natürlich große Vorteile für den eSport haben. Weiterhin kann die Beteiligung von Sportclubs und Stars eine normalisierende Wirkung gegenüber jenen Personen haben, die den eSport negativ einschätzen und belächeln. Abschließend können die finanziellen Mittel, die die Investoren aus dem traditionellen Sport in eSport-Clubs investieren, große Fortschritte in nahezu allen Bereichen verursachen, sei es die Wohn- und Trainingssituation der Spieler oder das Budget, das für Coaches und Staff aufgebracht werden kann.

Sportvereine im eSport: Modell der Zukunft?

Es hat sich gezeigt, dass die Investitionen aus dem traditionellen Sport immer mehr ansteigen. Schwerlich kann deshalb befürchtet werden, dass diese Unterstützung zukünftig abnimmt. Da sich beispielsweise immer mehr zeigt, dass sich Sportstars öffentlich als interessierte Gamer präsentieren, kann auf ein wirkliches Interesse seitens dieser Berühmtheiten geschlossen werden. Die bereits genannten positiven Effekte, die aus dieser Partnerschaft entstehen, scheinen dabei auch die negativen Impulse, die der traditionelle Sport in den eSport einbringt, zu überwiegen. Daher sollte aus Sicht des eSport diesem Trend optimistisch, jedoch auch mit der gebotenen Vorsicht entgegengeblickt werden.

 

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