Gaming-Setup tunen mit Beleuchtungselemente

Digitale Spielekäufe oder Einzelhandel: Was müssen Gamer beachten?

Digitale Spielekäufe oder der Gang zum Einzelhandelsgeschäft? Diese Frage stellt sich Gamern schon seit vielen Jahren. Während früher jedes Spiel in Form einer physischen Kopie erworben wurde, sind jetzt Downloads relevanter denn je und eröffnen neue Möglichkeiten und Risiken für Hersteller, Verkäufer und die Gamer. Wie sieht nun die aktuelle Situation auf dem Spielemarkt aus? Welche Vorteile haben die beiden Alternativen eigentlich? Welche Rolle spielen die Online-Vertriebsplattformen wie Steam, die einen immer größeren Anteil der Spielekäufe generieren? Diese Fragen sollen im folgenden Artikel geklärt werden. Abschließend wird noch darauf eingegangen, wie sich dieser Sachverhalt in der Zukunft entwickelt: Wird man dann überhaupt noch Spiele in physischer Form kaufen?

Download oder physische Version: So ist die aktuelle Situation auf dem Spielemarkt

Nicht erst seit Kurzem stehen Gamer vor der Frage, ob sie ihr Spiel im Laden als physische Kopie kaufen, oder lieber eine digitale Version erwerben sollen. Immer häufiger wird sich jedoch in letzter Zeit für die zweite Option entschieden, was zahlreiche Folgen für den Gaming-Markt nach sich zieht. Durch Corona hat sich die Lage dazu zeitweise verschärft: Viele Gaming-Begeisterte blieben lieber daheim und holten sich mit einigen Klicks in Onlineshops die Spiele, die ihnen in Zeiten von Lockdown unter Kontaktbeschränkungen Spaß und Zerstreuung in der Freizeit ermöglichten.

Die Auswirkungen dieser Entwicklungen konnten beispielsweise im Kontext der GameStop-Aktien erneut Aufmerksamkeit bekommen. Gerade weil der Erwerb von Games mittlerweile immer mehr auf der digitalen Ebene stattfindet, hatten verschiedene Investoren spekuliert, dass die Aktie der Firma GameStop, die vom Verkauf physischer Kopien abhängig ist, stark absinken wird und dementsprechend gegen sie gewettet. Da sich jedoch zahlreiche Kleinanleger entschlossen, den milliardenschweren Hedgefonds entgegenzutreten und organisiert die Aktie erwarben, stieg der Wert von GameStop dramatisch an. Aus verschiedenen Gründen, bei bestimmten Gruppen von Gamern sicherlich jedoch auch aus Gründen der Nostalgie und Gewohnheit, wollte man die Spekulation gegen die GameStop-Aktie nicht dulden. Das Modell, Spiele in Läden wie GameStop persönlich zu kaufen, hat also noch zahlreiche Anhänger. Auch wenn es solche gibt und wenn in diesem Fall der Wert der Firma wieder zunahm, liegt der Situation jedoch eine einfache Ansicht zugrunde: Man traut Firmen, die Spiele als physische Versionen verkaufen wollen, nicht länger zu, langfristig rentabel sein zu können. Firmen wie GameStop müssen also, wenn sie auch in Zukunft noch erfolgreich sein wollen, diese Abhängigkeit reduzieren. Hardware und Zubehör werden zwar auch oft in Onlineshops wie Amazon gekauft, trotzdem werden diese noch oft in Läden wie GameStop gekauft.

Vorteile beim Kauf physischer Datenträger

Der wichtigste Vorteil der physischen Datenträger, der in dieser Debatte auch schwer ins Gewicht fällt, ist die Möglichkeit des Wiederverkaufs der Spiele. In vielen Fälle kann man so einen beträchtlichen Anteil des ursprünglichen Preises zurückerhalten. Das schont bei Gamern, die viele Spiele ausprobieren wollen und für manche dieser Titel nach dem ersten Durchspielen auch nicht noch einmal einen Grund sehen, sie zu spielen, den Geldbeutel. Bei bestimmten Titeln, die entweder besonders alt sind und dabei einen Kultstatus erreicht haben, oder die besonders gefragt sind und in einer begrenzteren Stückzahl auf den Markt kamen, können solche Wiederverkäufe sogar deutlich höhere Summen einbringen, als beim ursprünglichen Kauf ausgegeben wurden. So wird mit dem Verkauf sogar noch ein Gewinn erzielt. Zum Kauf und Verkauf von gebrauchten Spielen gibt es mittlerweile einige Online-Plattformen, die Interessierte nutzen können:

reBuy: ( https://www.rebuy.de/kaufen/videospiele)

Die Seite reBuy ermöglicht Nutzern den Handel mit gebrauchten DVDs, Elektronikartikeln und vor allem Videospielen. Durch eine lange Garantie-Laufzeit und vorige Überprüfung der Waren sind Kunden geschützt, was viele der positiven Bewertungen, die diese Seite durch Nutzer erhalten hat, erklärt.

GameStop: ( https://www.gamestop.de/gebraucht)

Die bereits erwähnte Einzelhandelskette GameStop ermöglicht auch den Handel mit gebrauchten Spielen. Diese können entweder in den zahlreichen Filialen direkt gekauft oder im Online-Shop gefunden werden. Auch Merchandise kann man auf der Onlineseite erwerben. In der sogenannten „Collector’s Corner“ können zusätzlich auf der Seite noch spezielle Sammlergegenstände geordert werden. Ein solch breites Angebot und die Sicherheit für Käufer und Verkäufer, die eine derart etablierte Marke wie GameStop bietet, stellen große Vorteile dar, während kritische Stimmen die hohen Preise bemängeln. Wer echte Schnäppchen sucht, könnte auf anderen Seiten eher fündig werden.

eBay Kleinanzeigen/ eBay ( https://www.ebay-kleinanzeigen.de/s-pc-videospiele/c227)

Etabliert ist auch die Website eBay. Durch deren Popularität kann die Seite ein sehr großes Angebot an verschiedensten Spielen vorweisen. Die Seriosität der Verkäufer können erfahrene eBay-Nutzer auch ermitteln. Bei eBay Kleinanzeigen können sich Käufer weiterhin mögliche Versandkosten sparen. Preislich liegt eBay auch relativ weit vorne und ermöglicht Nutzern auch, flexibel mit dem Verhandlungspartner eine Einigung zu finden.

Ein weiterer Vorteil der physischen Versionen ist eher für ein bestimmtes Klientel von Relevanz: Sammler von Videospielen, die diese in Vitrinen oder Regalen gerne zur Schau stellen möchten, können dies mit den physischen Kopien und deren Verpackungen einfach bewerkstelligen. Die Sammler haben auch einen anderen Vorteil: bestimmte ältere Spiele gibt es schlicht nicht digital zu kaufen, weshalb die Sphäre der physischen Spiele für Gamer, die an früheren Kultklassikern und versteckten Perlen interessiert sind, eine wichtige Rolle einnimmt.

Sammler finden auch oft an einem weiteren Vorteil der physischen Editionen von Spielen Gefallen: Den Sondereditionen und Merchandise-Artikeln, die den Spielen beiliegen. Viele Gamer, die manche Spiele auf eine besondere Weise in ihr Herz geschlossen haben, freuen sich sehr, wenn sie spezielle Fanartikel zu diesen dazubekommen oder spezielle Sondereditionen dieser Games in ihren Besitz bringen können.

Vorteile der digitalen Versionen von Videospielen

Die Vorteile dessen, Spiele online digital zu erwerben und dann durch einen Download zu erhalten, sind teilweise offensichtlich und gleichzeitig bei bestimmten Aspekten beträchtlich. Es wird an mehreren Stellen Zeit eingespart: Zeit, die benötigt wird, im Laden das Spiel einzukaufen. Zeit, die dann benötigt wird, wenn der Datenträger immer dann eingelegt werden muss, wenn man mit einem anderen Spiel beschäftigt war. Auch sind die digitalen Versionen besser davor geschützt, dass man damit Probleme bekommt, die Übersicht über die eigene Spielesammlung zu verlieren. Dadurch, dass man sie nicht physisch lagern muss, wird Platz gespart und gleichzeitig vermieden, dass man die Games verlegt und so verliert. Vor allem für Studenten und andere junge Personen, die oft nur einen begrenzten Wohnraum zur Verfügung haben und gleichzeitig eine wichtige Zielgruppe in der Gaming-Community einnehmen, ist es problematisch, wenn ein oder mehrere Regale extra dafür genutzt werden müssen, um die Spielesammlung aufzunehmen.

Auch eine Beschädigung der Datenträger kann bei digitalen Versionen nicht vorkommen. Ein weiterer Vorteil wäre die Flexibilität von Gaming mit digitalen Produkten: Man kann, egal wo man sich befindet, Zugriff auf seine gesamte Spielebibliothek haben, solange Zugang zu der jeweiligen Plattform ebenfalls besteht. Weiterhin entstehen durch die Möglichkeit des Game-Sharing weitere Vorteile: Vorbei sind die Zeiten, in denen der Freund vorbeikommen muss, um sich ein Spiel auszuleihen. Zusammenfassend können die Vorteile digitaler Spielekäufe also auf zwei Begriffe reduziert werden: Komfort und Flexibilität.

Die Rolle der Online-Vertriebsplattformen

Ein großer Anteil der Gamer, die digitale Versionen ihrer gewünschten Titel einkaufen wollen, tätigen ihre Einkäufe dabei nicht auf den Webseiten der Spieleentwickler, sondern nutzen Online-Vertriebsplattformen. Eine Sonderstellung unter solchen Webseiten nimmt die Vertriebsplattform Steam ein, die durch ihre regelmäßigen Angebote, über die auf eSportsGear bereits berichtet wurde, beispielsweise preislich ähnliche Schnäppchen ermöglicht, wie diese sonst auf dem Flohmarkt zu erwarten wären. Weiterhin verfügt Steam über zahlreiche benutzerfreundliche Funktionen: Kommunikationsmöglichkeiten für Spieler, Nutzung von Drittanbieter-Keys zur Freischaltung von Spielen, Forendiskussionen, den Zugriff auf ein großes Angebot an Nutzerreviews zu allen Spielen und die einfache Installationsweise für Spiele-Mods sind nur einige Beispiele.

Diese verschiedenen Möglichkeiten, die Steam bietet, tragen dazu bei, dass digitale Käufe von Videospielen weiter zunehmen. Vor allem die integrierte Funktion, die Freunden erlaubt, sich gegenseitig unkompliziert zum Gegen- und Miteinanderspielen einzuladen, ist für viele Nutzer der Plattform mittlerweile nicht mehr wegzudenken.

Zukünftige Entwicklungen: Wird es in Zukunft noch neue Spiele als Hard Disks geben?

Die Frage, ob man zukünftig noch Neuerscheinungen in einer physischen Edition erwerben können wird, kann derzeit noch nicht endgültig beantwortet werden. Fest steht aber: Der digitale Kauf von Spielen wird bei den relevanten Zielgruppen immer beliebter. Die Playstation 5, eine der am sehnsüchtigsten erwarteten Konsolen der letzten Jahre, zeigt weiterhin, dass auch die Spiele- und Konsolen-Entwickler wollen, dass sich der Trend zu den digitalen Spielen endgültig durchsetzt. Zu dieser Konsole von Sony gibt es nämlich zusätzlich zu der standartmäßigen Version auch eine digitale Ausgabe, die „PS 5 Digital Edition“. In dieser Ausführung kommt die Playstation ohne ein optisches Laufwerk, ein Schritt, den Microsoft mit der „Xbox One S All Digital Edition“ schon vorher gegangen ist. Statt 499 wird die „PS 5 Digital Edition“ dann auch nur 399 Euro kosten. An Entwicklungskosten spart Sony an dieser Stelle zwar, jedoch fällt die Gewinnspanne bei dieser Version der Konsole trotzdem geringer aus, weshalb eine klare Motivation des japanischen Konzerns, digitale Spielekäufe voranzutreiben, attestiert werden kann.

Welche Gründe veranlassen die Entwickler dazu, die Gamer-Community immer mehr hin zum Kauf digitaler Spieleversionen zu drängen? Zunächst ist es aus wirtschaftlicher Sicht für die Unternehmen nicht wünschenswert, wenn der Gebraucht-Spiele-Markt zu beliebt wird. Auch wenn ohne diesen nicht alle Gamer, die sich mit den gebrauchten Spielen eine günstigere Version erstehen wollten, sich stattdessen die Vollpreis-Version kaufen werden, würden trotzdem mit hoher Wahrscheinlichkeit die Verkaufszahlen einen Anstieg erfahren. Auch ermöglicht eine Abkehr vom Einzelhandel den Entwicklern, direkter das Kaufverhalten und die Preise für die Kunden, die dadurch auch vermehrt in die Onlineshops der jeweiligen Firmen getrieben werden, zu kontrollieren.

Viele verschiedene Parteien und Interessengruppen beeinflussen also aktuell die Situation, in der sich physische und digitale Spieleversionen befinden. Eine völlige Abkehr vom Einzelhandel kann aber mittlerweile bei Neuerscheinungen in Zukunft nicht mehr ausgeschlossen werden.

Anzeige
1

Keine Kommentare vorhanden

Verfasse einen Kommentar