Sexismus bei Activision Blizzard

Sexismus bei Activision Blizzard

Sexismus kam in der Gaming Branche leider schon öfter in die Schlagzeilen. Die Sexismus-Vorwürfe bei Activision Blizzard, die vor einigen Tagen erhoben wurden, sind deshalb für manche nicht völlig überraschend, jedoch umso problematischer, da das Thema ein immer wiederkehrendes zu sein scheint. Die erfolgreichen Entwickler Riot Games beispielsweise wurden seit 2018 mehrfach mit Sexismus in Verbindung gebracht, was sogar zu einem Streik führte. Der Fall Blizzard hat jedoch mittlerweile sogar noch mehr Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit erfahren und könnte, im Gegensatz zu Situationen der Vergangenheit, große Auswirkungen haben. Das California Department of Fair Employment and Housing reichte nämlich eine offizielle Zivilklage gegen die Entwicklerfirma ein. Wie solche Auswirkungen aussehen könnten, wie die Vorwürfe lauten und welche Folgen Blizzard zu tragen hat, soll im folgenden Artikel ausgeführt werden.

Wie lauten die Vorwürfe?

Das California Department of Fair Employment and Housing hatte Blizzard zwei Jahre lang einer Untersuchung unterzogen und erhob nun in der letzten Woche eine offizielle Klage gegen den Gaming-Riesen. Den Vorwürfen nach, die in der Klage an die Firma gerichtet werden, sei Sexismus bei Activision Blizzard ein ernstes Problem. Vor allem das Team um den Rollenspiel-Hit World of Warcraft war im Fokus der Kritik. Weibliche Angestellte hätten in der Firma mit Diskriminierung an verschiedenen Stellen zu kämpfen. Unterschiede bei der Bezahlung, Schwierigkeiten, bei Beförderungen eine gerechte Chance zu erhalten und sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz sind dabei die wichtigsten Punkte. Auch wird in der Klage festgestellt, dass Activision Blizzard Kenntnis von einigen dieser Probleme hatte, auf dieser aber nicht mit den notwendigen Maßnahmen reagiert hat. Es sollte an dieser Stelle erwähnt werden, dass Blizzard diese Vorwürfe zurückweist und erklärte, es hätte schon weitreichende Änderungen in der Unternehmenskultur gegeben.

Folgen für Blizzard

Für Blizzard haben sich durch diese schweren Missbrauchsvorwürfe mehrere negative Folgen ergeben. Einige entstanden dadurch, dass Blizzard in einem ersten öffentlichen Statement auf die Klage mit Zurückweisung reagierte und die Vorwürfe zu großen Teilen abstritt. Gleichzeitig attackierte man darin die Behörde, die die Klage erhoben hatte, scharf. In den sozialen Medien wurde daraufhin Activision Blizzard zum Gegenstand weiterer heftiger Kritik, nachdem man durch die initiale Klage sowieso schon große Teile der Gaming-Community gegen sich hatte. Weitere ernsthafte Auswirkungen betreffen die Aktie der Firma. Seitdem die Vorwürfe erhoben wurden und die Klage gegen Blizzard öffentlich bekannt gemacht wurden, ist die Aktie bereits um mehr als zehn Prozent gefallen. Damit hat sie den tiefsten Stand in diesem Jahr erreicht.

Auch sieht sich Blizzard mit schwerer Kritik innerhalb des Unternehmens konfrontiert. Mehr als 3200 aktuelle und frühere Mitarbeiter unterschrieben mittlerweile einen öffentlichen Brief, der wirkliche Änderungen forderte und eindeutig die Reaktion auf die Klage durch die Unternehmensführung verurteilt. Man fordert ein neues Statement seitens des Unternehmens und dass die Vorwürfe potenzieller Opfer von Sexismus ernst genommen werden. Auch nach einem Rücktritt von Frances Townsend, die einen Großteil der Anschuldigungen zurückwies, wird verlangt. Neben diesem Brief kritisierten auch viele Mitarbeiter privat in den sozialen Medien das Handeln von Blizzard.

Weiterhin gab es viele Boykottaufrufe gegen das Unternehmen und Kritik durch prominente Figuren in der Gaming-Szene, darunter von Streamern, die durch Blizzard-Spiele ihre Bekanntheit erlangten.

Auswirkungen auf die Gaming-Branche

Nachdem dieser Skandal nun in der Öffentlichkeit auf diese Weise rezipiert wurde und für zahlreiche Schlagzeilen sorgte, können einige Auswirkungen für zukünftigen Umgang mit Sexismus in der Gaming-Branche vermutet werden. Beispielsweise könnten Unternehmen es nun für nötig befinden, schon präventiv ernsthafte Änderungen an vielleicht problematischen Arbeitsbedingungen vornehmen. Weiterhin können Maßnahmen, die Frauen in Gaming-Firmen unterstützen, vermutet werden, auch aus dem Grund, dass angesichts der Entwicklungen der letzten Jahre eine Abgrenzung von jenen Firmen nötig ist, die sich mit solchen Anschuldigungen konfrontiert sahen. Es bleibt also zu hoffen, dass wenigstens solche positiven Effekte aus dem Skandal um Sexismus bei Activision Blizzard erwachsen können.

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