Negativschlagzeilen im eSport: Ermittlungen gegen eSportler laufen

Negativschlagzeilen im eSport: Ermittlungen gegen eSportler laufen

So viele Fans eSports auch für sich gewinnen können – Negativschlagzeilen rund um Entwickler und vor allem eSportler scheinen einfach nicht auszubleiben. Je mehr Bekanntheit die einzelnen eSport Games und Wettkämpfe erlangen, desto mehr negative Aspekte und eSport Skandale kommen ans Licht. Wir haben einen Blick auf die aktuellen Schlagzeilen und Ermittlungen geworfen, um Fans der Akteure auf dem Laufenden zu halten. Vorab sei gesagt: Die Vorteile von eSports sind weitläufig bekannt. Doch nur die Wenigsten achten auch darauf, sich um Nachteile Gedanken zu machen. Diese können – wie in jedem anderen Sport auch – für die Negativschlagzeilen verantwortlich sein. Doch dazu nachfolgend mehr.

Wettskandale – nicht selten droht Gefängnisstrafe

Schon einige Wettskandale haben die eSport Welt erschüttert: So wurde Anfang 2016 beispielsweise Lee Seung Hyun – auch „Life“ genannt – wegen Wettbetruges verurteilt. In StarCraft 2 wurde der Spieler 2014 mit nur 18 Jahren Weltmeister, nur ein Jahr später konnte er das Finale der Blizzcon erneut erreichen. Damit erlangte er nicht nur Berühmtheit, sondern insgesamt auch etwa eine halbe Million US-Dollar an Preisgeldern. Man würde meinen, dieser Erfolg bringt genug Nervenkitzel mit sich.

2016 konnten südkoreanische Behörden nachweisen, dass Lee für das Verlieren Geld entgegengenommen hat. Die zwei während des KeSPA-Cups manipulierten Spiele sollen ihm mehr als 60.000 Dollar eingebracht haben – diese muss der Spieler nun zur Strafe zahlen. Auch eine Freiheitsstrafe von insgesamt 18 Monaten wurde ihm auferlegt. Auch hinter der Manipulation steckende Geldgeber wurden verurteilt.

Natürlich ist dies keineswegs der einzige Fall rund um Wettskandale im eSport. Schon 2010 wurden erste Match-Fixing Fälle in StarCraft bekannt, die die Szene erschüttert haben. Hier kam es nicht nur zu einigen Verhaftungen, sondern auch insgesamt elf Spieler-Sperrungen auf Lebenszeit. Auch in CS:GO – nämlich der amerikanischen Mountain Dew Liga – kam es erst kürzlich zu Spekulationen rund um das Match-Fixing und Wettbetrug. Gegen insgesamt 35 Spieler wird noch ermittelt, auch das FBI wurde hinzugezogen.

Cheating mit Hilfe von Software – von Disqualifizierung bis hin zur lebenslangen Sperrung

Bekannt geworden ist auch der indische Counter-Strike Spieler „forsaken“, der 2018 bei der Nutzung eines Aimbots in der eXTREMESLAND ZOWIE in Shanghai erwischt wurde. Der Spieler selbst wurde daraufhin auf unbestimmte Zeit vom Spielen verbannt, sein Team kam mit einer Disqualifizierung davon und hat sich unmittelbar danach aufgelöst. Auch in dieser Hinsicht kann man von einigen eSport Skandalen berichten, die in der Branche für Aufruhr gesorgt haben.

Politische Äußerungen haben ebenfalls Sperrungen zur Folge

Besonders intensiv wird auch diskutiert, inwiefern politische Äußerungen von Spielern Strafen zur Folge haben sollten. Was für einige Menschen kein Vergehen darstellt, stößt Entwicklern und Sponsoren oftmals übel auf. Ein Fall, der besonders viel Aufmerksamkeit erregte, war der um den Spieler „Blitzchung“. Dieser hatte im Oktober 2019 eine lebenslange Sperrung durch Entwickler Blizzard in Kauf nehmen müssen. Warum? Weil er bei seinem Siegerinterview der Asia Pacific Hearthstone Grandmasters „Befreit Hongkong“ als Statement genannt – und sich damit zu den Konflikten in der Stadt geäußert hatte.

Auch in Sachen Sexismus stehen derzeit rund um Blizzard Skandale im Fokus.

Vorwürfe in Bezug auf Gewalt: Bereits mehrere Trainer unter Verdacht

Das südkoreanische Team Griffin hat sich kurz vor der Worlds von League of Legends von seinem Manager getrennt. Das rief Ende 2019 verschiedene Spekulationen hervor. Der Trainer und Manager Kim Das-ho soll den Spielern mit Gewalt gedroht und eine Kürzung ihrer Gehälter in Aussicht gestellt haben. Daraufhin wurde dieser vom Hauptsponsor aus seinem Amt entlassen, alle Anschuldigungen wurden äußerst ernst genommen. Die Einleitung rechtlicher Schritte kam jedoch nicht zustande, da sich Manager und Team einvernehmlich voneinander trennten.

Erst kürzlich gerat auch der Rainbow Six Trainer „GiG“ durch negative Schlagzeilen ins Rampenlicht. Seine Ex-Partnerin beschuldigte ihn, ihr gegenüber gewalttätig geworden zu sein und ihr unter anderem gedroht zu haben. Dies führte wiederum zu einer Verhaftung und genaueren Ermittlungen gegen den eSportler durch die Polizei. Am 9. Juli 2021 wurden die Ermittlungen jedoch abgeschlossen und eingestellt, da nicht ausreichend belastende Indizien gefunden werden konnten. Dem Ruf des Trainers hat dies dennoch geschadet.

Fazit: Auch die schillernde Branche hat ihre Schattenseiten

Obwohl eSports viele Spieler und Fans begeistern und die Branche in den letzten Jahren ein starkes Wachstum verzeichnen konnte, mehren sich die Skandale rund um Spieler und Entwickler gleichermaßen. Vermutlich werden Negativschlagzeilen auch hier nicht abebben. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass teils strengere Regulationen und Prüfungen in Kraft treten und vielleicht auch Trainer besseren Schulungen begegnen, um ihren Teams auf faire und sichere Art und Weise auf die Sprünge helfen zu können. Wir halten zum aktuellen Geschehen bestmöglich auf dem Laufenden.

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